Westerwälder Zeitung vom 02.05.2006
 

Mit Melodienstrauß Frühling begrüßt

Stadtkapelle Westerburg spielte Klassisches und Modernes in der Stadthalle

Wenn die Stadtkapelle Westerburg zu ihrem traditionellen Frühjahrskonzert einlädt, kann sie vieler Zuhörer gewiss sein. Unter der Leitung von Martin Hommerich bot sie ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm, das viele moderne Akzente beinhaltete. Beeindruckend war dabei die hervorragende dynamische Gestaltung.

WESTERBURG. Mit einem bunten Frühlingskonzert, das gerade rechtzeitig erklang, um in den Wonnemonat Mai zu geleiten, erfreute die Stadtkapelle Westerburg in der Stadthalle. Wie verwurzelt dieses Blasorchester in der Bevölkerung ist, zeigte die große Schar an Zuhörern, unter ihnen auch der Schirmherr, Stadtbürgermeister Helmut Schönberger, sowie Bürgermeister Gerhard Loos.

Durch das Programm führte Dr. Axel Wengenroth in gewohnt lockerer und zugleich pointiert informativer Weise. Zu jedem Stück hatte er eine Hintergrundgeschichte parat. Der Melodienreigen entsprang mit der "Finlandia" von Jean Sibelius im Norden, floss dann über Wien (Kaiserwalzer) zu modernen Klängen, bei welchen die Stadtkapelle im Bigband-Sound musizierte. Dirigent Martin Hommerich zeigte, dass er die Musiker (darunter erfreulich viele junge Nachwuchskräfte) fordert und deren Leistungsvermögen voll ausschöpft.

Ein besonderer Akzent im ersten Programmteil war zweifelsohne "Xylo Classics" von Gerhard Bogner, bei dem Tim Gottschalk und Daniel Metternich behände ihre Instrumente schlugen. Hier war einmal ganz direkt mit den Augen zu sehen, wie Rhythmen und Töne entstehen.

Überraschend war das "Geburtstagsständchen" für Wolfgang Amadeus Mozart. Denn wie in "Mozarts Pop Symphony" (arrangiert von Toshihiko Sahashi) Motive aus dem vierten Satz der "Jupitersinfonie" aufgegriffen werden, verblüffte einfach. Dem Trend zu modernem Sound folgten auch "Music" (John Miles) und "The Bandwagon" von Phillip Sparke. Nach der Pause ging es geradewegs zum "Lion King" - und damit in das musikalische Reich von Elton John. Nachdem das Medley bekannter Musicalmelodien verklungen war, bewies Solist Marcel Schreiner mit dem Bravourstück für Solotrompete "Andalucia" sein Können. Nomen est omen, und so wurden die folgenden "Sousa Highlights" zu einem Höhepunkt des Abends: typische amerikanische Musik, bei der die Stadtkapelle ihre Wandlungsfähigkeit bewies. Bevor abschließend der schwungvolle "Midway March" (John Williams) erklang, gab es noch ein Wiederhören mit "Abba in concert" (Anderson/Ulvaeus).

"Unvorbereitet trifft uns das nicht", erklärte Hommerich nach dem kräftigen Applaus, der eindeutig den Wunsch nach einer Zugabe erkennen ließ. In gleich dreifacher Weise wurde diesem Begehren entsprochen, wobei die Stadtkapelle eher traditionelle Musikstücke erklingen ließ.    Angela Baumeier