Westerwälder Zeitung vom 06.12.2006
 

Fröhlich-rasante Musik in Westerburg

Christkönigskirche war Ort eines ungewöhnlichen Adventskonzerts - Saxofon-Quartett stellte sich vor

WESTERBURG. Ein ungewöhnliches Adventskonzert präsentierte die Stadtkapelle Westerburg in der Christkönigskirche. Wer mit der Erwartung gekommen war, einen Reigen der altbekannten Weihnachtslieder präsentiert zu bekommen, hatte sich geirrt: Unter der musikalischen Leitung von Martin Hommerich erklang ein buntes, internationales Programm mit vielen modernen Arrangements. Moderiert wurde es von Dr. Axel Wengenroth.

Eröffnet wurde das Konzert mit einer fröhlich-rasanten "Overture to a Winterfestival" (James Curnow). Es folgten ein Choral von Pavel Stanek, dann entführten die Musiker geradewegs in die Spielzeugwelt von Pjotr I. Tschaikowskys "Nussknackersuite" und ließen ukrainische Glocken einen Choral anstimmen. Munter klang der Peitschenknall und das Wiehern der Pferde bei der Schlittenfahrt von Leroy Andersen.

"Wir wollen unser Publikum nicht nur in der Zuhörerrolle belassen, sondern laden sie auch zum Mitsingen ein", erklärte Dr. Wengenroth. Zweimal gab es dazu Gelegenheit: Ein Textblatt half der Gemeinde dabei, die Gedächtnislücken bei "Zu Bethlehem geboren" und "In dulci jubilo" zu überbrücken.

Es gehört zum guten Ton der Stadtkapelle, dass sie ein Herz für ihren Nachwuchs hat. Unter der Leitung von Ine Schmale steht das Jugendorchester, das drei Stücke vortrug und damit bewies, dass sich intensives Üben lohnt. Auf diese Schüler, die das Zusammenspiel schon recht gut beherrschen, kann das große Orchester zu recht bauen. Erstmals war bei diesem Konzert das Saxofon-Quartett der Stadtkapelle Westerburg zu hören. Es ließ swingende Schneeflöckchen tanzen, jagte das beliebte Rentier Rudolph los und bewies, dass zu Weihnachten auch eine Jazz- Suite gehören kann.

Ein junger Spross der Stadtkapelle ist auch das Bläserquintett: Mit "Scarborough Fair" stimmte es gleich vier Variationen zu dem bekannten englischen Volkslied an. Dann folgten zwei Sätze "Winterzeit" (von Robert Schumann, arrangiert von Heiko Kaiser). "So, wie es sich in einer Kirche gehört, wollen wir das Konzert mit einem ,Amen' beenden", erklärte Dr. Wengenroth. Mit diesem Satz von Pavel Stanek wurden die Zuhörer in die Adventszeit entlassen, denen noch eine Zugabe geboten wurde. Gesponsert wurde das Konzert durch das IBW Immobilienbüro Kessler (Westerburg).    Angela Baumeier

 
Adventskonzert 2006